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Ministerin erläuterte den Bildungsaufbruch

Querdenken erwünscht

"Ab sofort ist Querdenken ausdrücklich erwünscht." Bei dieser Aufforderung an Lehrerinnen und Lehrer erhielt Gabriele Warminski-Leitheußer, Kultusministerin, den ersten Beifall im voll besetzten Kursaal von Bad Krozingen. Und in das anhaltende Klatschen hinein folgte ihre Empfehlung: "Mischen Sie sich ein!" Im Namen der SPD-Landtagsfraktion hatte Christoph Bayer, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion, eingeladen. Über 300 Lehrerinnen und Lehrer, Kommunalpolitiker und Eltern waren gekommen, gespannt auf die Erläuterungen der Kultusministerin zu den Grundlinien des Bildungsaufbruchs für Baden-Württemberg.


Hat mit der Umsetzung des Bildungsaufbruchs alle Hände voll zu tun: Kulstusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer.
 

"Jede fehlgeschlagene Bildungskarriere ist ein Verlust", begründete Warminski-Leitheußer ihr Engagement für neue Wege in der Bildungspolitik. Dies sei in erster Linie ein Verlust für die Kinder selbst, die ihre Fähigkeiten nicht optimal entfalten könnten. Ein solcher Fehlschlag verursache aber auch gesellschaftliche Kosten, die wir uns angesichts des "Hungers nach Fachkräften", der in der heimischen Wirtschaft festzustellen sei, nicht leisten könnten. Aufbauend auf den guten Ergebnissen, die die baden-württembergischen Schulen schon bisher erreicht hätten, gälte es, Entwicklungen und Veränderungen zu ermöglichen, die das System weiter verbessern. Ein Signal dafür sei, dass Bildung der Investitionsschwerpunkt des Landeshaushalts im kommenden Jahr sei.

Nicht die Schulinvestitionen sondern 330 Millionen, die für den Ausbau des Elementarbereichs vorgesehen sind, waren Punkt eins in der Liste der Vorhaben, die die Ministerin weiter ausführte. Lange vor der Einschulung müsse mit der Förderung begonnen werden, wenn man Chancengleichheit erreichen wollen, gerade auch für Kinder aus schwierigen familiären Situationen oder mit Migrationshintergrund. Aber auch eine ausreichende Unterrichtsversorgung gehört zu ihren Top-Themen. Daher werde die Krankheitsreserve deutlich aufgestockt: 200 zusätzliche Stellen wird es dafür im nächsten Jahr geben, 800 in der Legislaturperiode insgesamt.
Verbesserung der Lehrerfortbildung, Weiterführung der Werkrealschulen unter veränderten Bedingungen, Stärkung des Elternrechts durch Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung, Französisch in der Grundschule, die anhaltende Auseinandersetzung, ob das Abitur nach acht oder neun Jahren Gymnasium erreicht werden solle (G8 oder G9) und vieles mehr wurde von der obersten Lehrerin in ihrem "bildungspolitischen Feuerwerk" (Bayer) angesprochen. Deutlich wurde dabei, dass die Landesregierung mit dem Bildungsaufbruch weit mehr im Blick hat, als nur das große Ziel Gemeinschaftsschule.


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In kurzen Dialogrunden hatten Eltern, Kommunalpolitiker und Lehrerinnen und Lehrer Gelegenheit, verschiedene Themen, wie Unterrichtsausfall, Finanzierung der Ganztagsschule, Lehrerfortbildung oder Probleme kleiner Schulstandorte noch einmal vertieft zu besprechen. Ein besonderes Anliegen ist am Oberrhein offenbar die angekündigte Abschaffung des Französisch-Unterrichts ab der ersten Klasse: Nicht nur die Schulleiterin der Grundschule in Müllheim Dobuszewski, sondern auch verschiedene Redner im Saal wiesen auf die Bedeutung des Fremdsprachenunterrichts hin und die Ministerin offenbarte, dass sie zwar anderer Meinung aber noch nicht entschieden sei. Ihre spontane Zusage zur Teilnahme an einem Symposium, das Christoph Bayer zu diesem Thema für nächstes Frühjahr ankündigte, verdeutlichte, dass sie es mit der Beteiligung ernst meint.
Modernste Pädagogik in einer Atmosphäre der Wertschätzung, so schwebt Gabriele Warminski-Leitheußer die Schule der Zukunft vor. Die Schule der Zukunft, das ist für sie die Gemeinschaftsschule. Wobei sie auch hier offen für alle am Schulleben Beteiligten ist: Keine Schule, die gut ist und funktioniert, wird abgeschafft, versprach sie an die Adresse all derer, die von der Gemeinschaftsschule noch weiter entfernt sind. "Das wichtigste ist: Machen Sie sich auf den Weg," ermutigte die Kultusministerin.

 

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