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Bilkay Öney auf Besuchstour im Landkreis

Das Antidiskriminierungsgesetz ist in den Köpfen noch nicht angekommen

"Wir wollen doch mal, nur als ersten Versuch, künftig nicht von Ausländern sprechen, wenn wir Bötzinger türkischer Herkunft meinen, sondern einfach von einer Bötzingerin, die Sibel heißt, oder einem Bötzinger mit Namen Murat." Bilkay Öney, Ministerin für Integration in Baden-Württemberg, die Anfang Februar auf Besuchstour im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald war, wirbt im Ratssaal von Bötzingen bei den zahlreichen Anwesenden Gemeinde- und Kreisräten, Entscheidungs- und Funktionsträgern dafür, auch aufmerksamer mit der eigenen Sprache umzugehen, wenn man Integrationsprozesse befördern will.


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Zum Anhören:
Rede von Bilkay Öney.
Auf Einladung von Ellen Brinkmann und Christoph Bayer (MdL), besichtigte die Ministerin das Asylbewerberheim in Kirchzarten. Mitarbeiter des ehrenamtlichen Helferkreises, Sozialarbeiterinnen und Gemeinderäte verdeutlichten die problematische Lebenssituation der über 90 Asylbewerber im Heim. Sozialdezernentin Münzer plädierte für die Abschaffung der Lebensmittelgutscheine. "Es würde vieles vereinfachen und wäre würdiger, wenn die Asylbewerber mit Geld ihren persönlichen Bedarf decken könnten." Eine Mitarbeiterin des Helferkreises regte an, das einjährige Arbeitsverbot aufzuheben oder zumindest zu lockern. Bilkay Öney sprach nach dem angeregten Informationsaustausch noch mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Heimes.

In der gut besuchten Bötzinger Moschee hielt die Ministerin am Abend eine Grundsatzrede zu ihrem neuen Amt, den Aufgaben und Vorhaben ihrer Arbeit und sie verdeutlichte ihre Perspektive zum Thema Integration: "Integration ist ein langjähriger Bildungsprozess", und "seit 2006 haben wir ein Antidiskriminierungsgesetz, aber das ist in den Köpfen noch nicht angekommen." Daran müsse gemeinsam gearbeitet werden.

 

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